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Holz verankert sich zunehmend als leistungsstarkes Baumaterial

  • Kategorie: Allgemeines

21. Dezember 2018 | Beim schnellen, ökologischen Bauen führt kein Weg mehr an Holz vorbei

Der Süden ist schon lange Vorreiter. Doch mittlerweile hat es sich wohl auch anderen Regionen Deutschlands herumgesprochen, dass Holz und Holzwerkstoffe enorm leistungsstarke Baumaterialien sind, da sie in den Punkten Ökologie und Schnelligkeit beim Bauen kaum zu schlagen sind.

Seit Jahren wächst der Umsatz in der Holzbaubranche. Der Bund deutscher Zimmermeister schreibt in seinem Lagebericht 2018:

„Auf den ersten Blick zeichnet sich in den zurückliegenden zehn Jahren ein regelrechter Boom ab. Das verdeutlicht der Vergleich mit 2007. Zieht man jedoch die „Lange Reihe“ in Betracht, dann relativiert sich der Anstieg. In Anbetracht der davor liegenden zehn Jahre kommt man zu dem Ergebnis, dass die Zimmerer nach den für die gesamte Bauwirtschaft schwierigen 2000er Jahren erstmal wieder Boden gut gemacht haben. Hervorzuheben sind die Anpassungsmaßnahmen. Mit inzwischen 103.720 Euro Umsatz je Beschäftigten zeigen die Zimmerer eindrucksvoll, in welchem Ausmaß es ihnen gelungen ist, den Umsatz pro Beschäftigten zu verbessern. Das spricht für erhebliche Produktivitätsverbesserungen.“

Während die Gesamtzahl der genehmigten Wohngebäude in der gesamten deutschen Bauwirtschaft in 2017 auf 119.060 gesunken ist, kann der Holzbau eine Steigerung von 20.282 auf 21.018 genehmigte Gebäude verzeichnen. Die Holzbauquote beträgt nun 17,7 %, das ist eine Steigerung von 1,5 %. Mehr als drei Viertel der Auftraggeber sind private Bauherren, Gewerbliche haben einen Anteil von 14 % und Öffentliche lediglich 9 %.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Das wachsende ökologische Bewusstsein der Bauherren sorgt für eine steigende Nachfrage. Zudem werden leistungsstarke Hightech-Werkstoffe aus Holz den modernen Ansprüchen an Individualität, Baugeschwindigkeit und Nachhaltigkeit immer stärker gerecht und gehen sogar über gesetzliche Vorgaben hinaus.

Das Potenzial von Holz und Holzwerkstoffen wird auch zunehmend von der Bundes- und von Landesregierungen erkannt. Daher gibt es immer mehr finanzielle Förderungen für den Baustoff Holz: Neben der KfW lohnt sich immer auch der Blick auf regionale Fördermöglichkeiten, beispielsweise von der IFB Hamburg. Außerdem gibt es auch diverse Anpassungen bei gesetzlichen Vorschriften, um dem nachwachsenden Baustoff eine gewichtigere Rolle zu geben. Die Verschärfungen der Energieeinsparverordnungen bzw. das Gebäudeenergiegesetz spielen hierbei eine Rolle. Um einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen, sind Holz und Holzwerkstoffe aufgrund ihrer CO2-Bindung und ihrer ausgezeichneten Dämmeigenschaften ideal. Regional verbindlich sind die Landesbauordnungen. Und auch hier bewegt sich einiges:

Berlin: Im März 2018 beschloss das Abgeordnetenhaus die Genehmigung von Gebäuden aus Holz bzw. mit tragenden Teilen aus Holz zu vereinfachen. Dazu wurde dem § 26 der Berliner Bauordnung ein neuer Absatz 3 hinzugefügt, der folgendermaßen lautet:

„Abweichend von Absatz 2 Satz 3 sind tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hochfeuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, in Holzbauweise zulässig, wenn die erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit gewährleistet wird.“

Hamburg: Mit der neuen Bauordnung dürfen in Hamburg seit Mai 2018 bis zu 22 Meter hohe Gebäude in Holzbauweise errichtet werden. Damit macht Hamburg nach Baden-Württemberg den Weg für Gebäudeklassen 4 und 5 in Holz frei. Dementsprechend heißt es in HBauO § 24 (3):

„Bei Gebäuden mit einer Höhe nach § 2 Absatz 3 Satz 2 von bis zu 22 m und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 200 m² und Brandabschnitten von nicht mehr als 800 m² pro Geschoss sind abweichend von Absatz 2 Satz 3 tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hoch feuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, in massiver Holzbauweise zulässig, wenn die geforderte Feuerwiderstandsfähigkeit nachgewiesen wird.“

Hessen: Im Juli 2018 sind die Novellierungen in der Landesbauordnung in Hessen in Kraft getreten. Damit übernimmt die Landesbauordnung die Brandschutzanforderungen der Musterbauordnung und erleichtert damit das Bauen mit Holz. Die entsprechenden Passagen lauten:

HBO § 26 (1) Satz 5: „Abweichend von Satz 4 sind andere Bauteile, die feuerbeständig oder hoch feuerhemmend sein müssen, aus brennbaren Baustoffen zulässig, sofern sie den Technischen Baubestimmungen nach § 90 entsprechen.“

Satz 6: „Abweichungen von in den Technischen Baubestimmungen enthaltenen Planungs-, Bemessungs- und Ausführungsregelungen bedürfen einer Abweichungsentscheidung nach § 73.“

Satz 8: „Satz 5 gilt nicht für Wände nach § 33 Abs. 3 Satz 1 (Brandwände) und Wände nach § 38 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 (Wände von Treppenräumen).“

Baden-Württemberg: Das Bundesland im Süden hat ohnehin schon das holzfreundlichste Baurecht in Deutschland und gilt als Vorbild für Bund und Länder. Trotzdem startete Baden-Württemberg im November 2018 eine Holzbau-Offensive und rückt damit den Baustoff Holz noch stärker als zuvor in den Mittelpunkt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte dazu vor Architekten und Bauingenieuren bei der Fachtagung Holzbau:

„Holz ist der einzig nachwachsende Baustoff. Holzbau kann sowohl im größer dimensionierten Mietwohnbau als auch im Rahmen der Verdichtung rasche und qualitätsvolle Lösungen anbieten. Durch seine gute Ökobilanz hat Bauen mit Holz eine wichtige Bedeutung für den Klimaschutz.“

Nordrhein-Westfalen: Im Januar 2019 tritt in NRW die neue Landesbauordnung mit mehr als 100 Anpassungen in Kraft. Das Bauen soll schneller, kostengünstiger und digitaler werden. Bzgl. des Bauens mit Holz heißt es in BauO NRW § 26 (3):

„Abweichend von Absatz 2 Satz 3 sind tragende oder aussteifende sowie raumabschließende Bauteile, die hoch feuerhemmend oder feuerbeständig sein müssen, aus brennbaren Baustoffen zulässig, wenn die geforderte Feuerwiderstandsdauer nachgewiesen wird und die Bauteile so hergestellt und eingebaut werden, dass Feuer und Rauch nicht über Grenzen von Brand- oder Rauchabschnitten, insbesondere Geschosstrennungen, hinweg übertragen werden können.“

Damit erweitert das Bundesland auch die Bestimmungen der Musterbauordnung (MBO) und öffnet so die Landesbauordnung für Massivholzbauweisen. So können in Zukunft Gebäude mit bis zu acht Geschossen und einer Höhe bis zu 22 Metern der Gebäudeklasse 5 errichtet werden. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Brandschutzanforderungen eingehalten werden. Ggf. kann die allseitig wirksame Brandschutzbekleidung bzw. Kapselung von Bauteilen sogar entfallen.

Parallel dazu gibt es immer mehr Leuchtturm-Projekte, die als Vorreiter eindrucksvoll demonstrieren, was mit modernem Holzbau alles möglich ist. Dazu gehört zum Beispiel das Quartier WIR in Berlin oder Europas größte Schule in Holzmodulbauweise in Frankfurt oder auch die ersten Hochhäusern aus Holz. Damit ist auch 2018 das Bauen mit Holz und Holzwerkstoffen weiter auf dem Vormarsch.

In Hessen entstand Europas größte Schule aus Holzmodulen In Niedersachsen wurde eine Interimsklinik aus Holzmodulen in Rekordzeit errichtet In Nordrhein-Westfalen entstand ein temporäres Verwaltungsgebäude in Holzbauweise In Berlin entschloss sich eine Bauherrengemeinschaft ein siebengeschossiges Mehrfamilienhaus aus Holzbauelementen zu bauen
In Nürnberg lernen Kinder in einer Interimsschule aus Holzbaumodulen Aus Holzbauelementen entstand ein Hochhaus in der Schweiz

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